Hamburger Sport-Verein – Hannover 96 0:2 (0:1) am 04.12.2004

Anreise 1: Kaenzig und Frontzeck trafen sich früh um Elf, um mit dem Wagen des Managers in die Hansestadt zu fahren. Die Fahrt und das Bier liefen problemlos. Direkt an der Autobahnauffahrt wurde ein Parkplatz gesucht und gefunden, um nicht im AOL-Arena-Heimreiseverkehr stecken zu bleiben. Der Manager hatte drei Karten besorgt. Aber wo war Enke? Nach Stunden des Wartens und einigen ergebnislosen Telefonaten entschloß sich das Gespann durch den Wald in die Arena zu marschieren.

Anreise 2: Enke war schon einen Abend früher in der Stadt und hatte mit 96-Kölsch-Sympathisant Gabor K. schon am Vorabend alte 96 Spieler auf dem Heiligengeistfeld besucht. Zusammen mit dem Bewohner des Rauhen Hauses Icke Barth zog man am Abend wieder in Richtung “Saaankt Pauuuleyyiii” und kam deshalb am Samstag Morgen nur schwerlich in Gang.
Schließlich fuhr man zu dritt durch Hamburg um zum Fußballklassiker anzureisen. Nach einer Dreiviertelstunde erreichte man mit Umwegen das Ziel. Der Manager eilte mit der Eintrittskarte zum Eingang, wo sich für Icke und Gabor die Möglichkeit bot ohne Zahlung in das Stadion zu gelangen. Sie ließen sie ebenso verstreichen wie die unzähligen Möglichkeiten vorher eine Karte zu erwerben.

Henrik und ich sind mit Bier über die steilen Treppen bis zur vorletzten Reihe unter dem Arenendach geklettert, wo Daniel bereits wartete. Das Spielfeld ist selbst aus dieser Position gut einzusehen und die Stimmung im mit 50454 Zuschauern gefüllten Stadion war grandios.

Die Anfangsphase war etwas zerfahren. Beide Mannschaften bemühten sich eine Linie in ihr Spiel zu bekommen. Die erste Chance eröffnete sich Steven Cherundolo, der aber nicht das Tor traf, was Daniel in der Folge zu einer Bemerkung hinriß: “Hoffentlich bekommt Cherundolo nicht wieder den Ball in der gegenerischen Hälfte – sonst köpft er wieder aufs Tor.”

Kurz danach war es dann so weit. Steven bekam nach feinem Paß von Krupi den Ball in halbrechter Position und Pieckenhagen konnte den Ball nur noch ins linke obere Eck abfälschen. 0:1.

Der Jubel war riesengroß und zum ersten Mal sahen wir wieviele Rote den Weg nach Hamburg gefunden hatten. Einige Tausend skandierten in der Folge “Auswärtssieg” und standen auf weil sie Rote waren.

Die Stimmung kochte. Die Fans des einzig wahren HSV machten Stimmung und die 96-Akteure auf dem Rasen beherrschten das Spiel. Die Hamburger brachten keine gefährlichen Angriffe zu Stande. Das Fehlen von Barbarez und Boulahrouz machte sich bemerkbar bis zu einem Eckball kurz vor der Halbzeitpause. Klingbeil köpfte einen 96er an, Takahara schoß aus der Drehung und traf aus dem Gewurschtel im Strafraum nur den Pfosten. Puh! Halbzeitpfiff.

Herkel holte Bier und wir hofften deshalb aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit auf ein weiteres Tor für die Leinestädter. Henrik verpaßte aber nur eine gefährliche Standardsituation der Gastgeber, bei der Enke seinen Fehler beim Herauslaufen aber wieder ausbügeln konnte.

Nachdem wir ein halbes Dutzend Mal aufgestanden waren, weil wir Rote sind, hatte Hannover die Chance auf einen Konter. Ich regte mich schon auf, dass Christiansen den Angrif abbrach als er einen Traumpaß auf Altin Lala spielte, der genial in den freien Raum auf der rechten Angriffseite gelaufen war. Nach der Flanke tunnelte Stendel laut Fernsehbildern den Keeper und wir flippten schier aus vor Freude.

Besonders Henrik war begeistert als er merkte wer da eigentlich getroffen hatte. Hannover ließ in der Folgezeit wenig zu. Der Schlußlauf weckte die Fans des Hamburger Sportvereins zwar noch einmal auf, aber beinahe hätten die eingewechselten Stajner (dem leider keiner gesagt hatte wo das gegnerische Tor stand) und Idrissou für den endgültigen Abschuß gesorgt.

Hannover gewann schließlich verdient in der AOL-Arena und belohnte die angereisten Fans vor allem mit einer starken Defensivleistung und schönen Toren.

Daniel fuhr uns sicher nach Hause, bewies seine These vom billigeren Bier an Autohöfen und Henrik verlieh unter Androhung von drastischen Geldstrafen sogar sein Trikot. Was er am nächsten Morgen aber nicht mehr wußte.

In diesem Sinne: “Hannovera Fantastica”, denn große Teile von Berlin werden am Samstag weinen während wir ausgelassen feiern.

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