Die Ereignisse der letzten Zeit sind auch an 96 KÖLSCH nicht spurlos vorbeigegangen. Wir haben uns nun lange Gedanken gemacht und finden es ist an der Zeit, dass auch wir ein paar Worte darüber aufschreiben und Stellung beziehen. Diese Stellungnahme ging auch an unseren Fanbeauftragten mit der Bitte, diese an alle Verantwortlichen weiterzuleiten.

Danke Fanladen Hannover Stevie und Dressi

 

96 KÖLSCH ist vor kurzem zehn Jahre alt geworden. In den letzten zehn Jahren sind viele von uns jedes Wochenende zu fast allen Heim- und Auswärtsspielen gefahren und haben dabei weder Zeit noch Kosten und Mühen gescheut. Die meisten von uns sind aber schon viel länger 96-Fan, teilweise seit über 40 Jahren.

Seit ungefähr zwei Jahren hat sich daran allerdings grundsätzlich etwas geändert. Wir als Teil der aktiven Fanszene fühlen uns schon seit längerer Zeit unverstanden und unerwünscht. Der Offene Brief hat dem ganzen dann die Krone aufgesetzt, und wir fühlten uns persönlich angegriffen. Die Rede ist von "neuen Gruppen", um die geworben werden soll - das sagt uns dass wir nicht mehr erwünscht sind und ersetzt werden sollen. Es gäbe tausend weitere Beispiele für mindestens zwei Jahre verfehlte Fanpolitik seitens des Vereins. Eines der wichtigsten ist für uns aber die Auflösung der Roten Kurve und die Schließung des Fanladens. Wir pflegten enge Kontakte zur Roten Kurve, Stevie und Dressi waren wichtige Ansprechpartner für uns als Exil-Fanclub. Wir betrachten sie als unsere Freunde. Daher sind wir über das Erzwungene Aus der Roten Kurve und die Schließung des Fanladens schwer enttäuscht.

Das sind nur einige der Gründe dafür, dass wir nicht mehr zu den Spielen fahren, auch nicht zu nahen Auswärtsspielen wie nach Gladbach oder Dortmund. Viele von uns haben eben auch als Konsequenz ihre Dauerkarten nicht verlängert bzw. werden dies im Sommer nicht tun und ihre Mitgliedschaft im Verein gekündigt. Auch die Einladung zu unserem zehnjährigen Jubiläum von Hannover 96 zu einem Heimspiel haben wir aus oben genannten Gründen nicht angenommen. Darüber hinaus lassen sich unsere Vorstellungen von gelebter Fankultur nicht mit den Vorstellungen in der Führungsriege von Hannover 96 vereinbaren. Eine bunte, emotionale und lebendige Kurve ist uns dabei ebenso wichtig wie die Möglichkeit zur kritischen Meinungsäußerung. Wir wollen kein steriles Premiumprodukt und keine Marke. Hannover 96 ließ in dem Brief verlauten, viele Traditionsvereine der unteren Ligen würden mit uns tauschen wollen. Dazu können wir sagen: Nein, eben nicht! Es ist tragisch das zuzugeben, aber die Fans von richtigen Traditionsvereinen lachen uns entweder aus oder bemitleiden uns - aufgrund der zerstörten Strukturen in der über Jahrzehnte gewachsenen Fankultur.

Wir hier in Köln, wo es viele verschiedene Fußballfans gibt, erleben das mittlerweile täglich. Bezogen auf die Einladung von 96, mit uns Gespräche führen zu wollen, sagen wir ganz deutlich: Wir sehen uns als Teil der aktiven Fanszene, nicht jedoch als relevanten Ansprechpartner. Ansprechpartner kann einzig und allein die IG Rote Kurve sein, womit ALLE Fans an einen Tisch gebracht werden sollen. Außerdem verstehen wir nicht, wer mit uns eigentlich worüber reden will und was das bringen soll. Wir sind nicht bereit, uns instrumentalisieren zu lassen, sind aber gerne bereit wieder ins Stadion zu gehen, sobald sich etwas ändert. Wir möchten mit einem Zitat von Hansi Küpper schließen: "Letztendlich glaube ich, dass Hannover 96 nie als Marke wahrgenommen wird, sondern mehr denn je ein großer und stolzer norddeutscher Traditionsverein sein wird."


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