Freitag am frühen Abend sollten unsere roten Riesen im beschaulichen Heidenheim antreten. Dies versprach für sieben Clubmitglieder ein neues Stadion und erforderte bei der Lage zwischen Stuttgart und Augsburg eine zeitige Abfahrt. So trafen sich fünf Kölner, ein Brüsseler und ein Essener gegen 11.30 Uhr am lokalen Getränkemarkt eines Kölner Handelskonzerns und wurden erstmals in dieser Saison von gekühlten Getränkekästen überrascht. Die Fahrt ließ sich also äußerst positiv an, auch wenn die Biermenge kritisch beäugt wurde ("Das ist zuviel bei nur fünf Trinkern"). Eine seltsame Einschätzung aus unserem westlichen Nachbarland, die später noch bereut werden sollte.
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Der Wagen rollte zügig gen Süden und die geschätzten sechs Energydrinks unseres Zweitfahrers, der den Rückweg übernehmen sollte, sorgten für überraschtes Nachfragen. Mit zunehmender Autofahrt wurden die Blasen voller, die Musik besser und der Verkehr dichter. An der Autobahngabelung A5 / A6 erwischte es uns schließlich, wir steckten fest und es ging nur noch im Schritttempo vorwärts. Das Navi sprang zwischenzeitlich sogar auf eine Ankunftszeit, die nichts Gutes erahnen ließ, nämlich eine Zeit nach Spielanpfiff in Heidenheim. Dies konnte die Laune nur kurzfristig senken, denn schon bald beschalte man tschechische LKW-Fahrer mit Pivo-Gesängen und versuchte erfolglos die Aufmerksamkeit weiblicher Stausteherinnen zu erlangen. Selbst eine Pinkelpause wurde in "Formel1-Boxenstopp"-Manier auf dem Randstreifen der A6 eingelegt, wobei das Auto im Schritttempo weiterrollte. Dazu wurden Oberhausen und das Sauerland abgefeiert, in Dauerschleife!

Endlich aus dem Stau raus bewies unser eigentlicher Zweitfahrer all sein Können und machte uns den Harnik = bester Mann des Tages. Er holte etliche Minuten der verlorenen Zeit wieder rein ohne auch nur in die Nähe ein Blitzers zu kommen. So rollten wir pünktlich 10 Minuten vor Anpfiff gemütlich auf den Gästeparkplatz und konnten ohne jegliche Schlangensteherei direkt in den Block. Randnotiz: Unser Bier war inzwischen aufgebraucht.

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Das Stadion war gut gefüllt, allerdings fiel die Lücke im Stehbereich der Heidenheimer auf. Die Fanatico-Boys boykottierten das Spiel aufgrund "eines vollständigen Bruchs mit der Vereinsführung". heidenheim-96b.jpgZaunfahnen waren ebenfalls nicht zu sehen. So übernahmen sowohl die 96er auf den Rängen und auf dem Platz direkt das Kommando und dominierten jeweils über 90 Minuten die Voith-Arena. Schon in der 16. Minute klingelte es erstmals im Heidenheimer Tor: Flanke Prib, Direktabnahme Harnik. Keine 10 Minuten später sprang der Ball vom Heidenheimer Verteidiger Wittek erneut zu Harnik der zum zweiten Mal den Ball im Tor versenken konnte. Die Stimmung unter der mitgereisten 96ern war dementsprechend bestens. Die Mannschaft sicherte hinten ab, verpasste es infolge allerdings das mögliche dritte oder vierte Tor zu erzielen. Heidenheim spielte fast schon Sommerfussball und konnte nur kurz vor Schluss durch einen Lattenschuss des eingewechselten Lankfords für Gefahr sorgen. Zu diesem Zeitpunkt war ohnehin nur noch Party im Gästeblock angesagt. Erst wurde mit der Mannschaft und dann auch noch weit nach Spielende ohne unsere Spieler gefeiert.
Die Rückfahrt war ruhiger und glücklicherweise auch ohne lange Staus. So wurde aufgrund mangelnder Alternativen direkt hinter Heidenheim das gelbe M aufgesucht und sich ansonsten mit Wasser und den letzten Wegbieren versorgt. Die Mannschaft hatte gegenüber der Konkurrenz aus Stuttgart, Peine-Ost und Berlin vorgelegt und so endete diese mehr als gelungene Fahrt dann um 1 Uhr bzw. 2 Uhr Nachts in Köln und Essen.


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