Hannover 96 – FSV Mainz 05 2:2 (0:1) am 05.11.2005

Trainer Ewald Lienen konnte nach der 1:4-Pleite in Bielefeld wieder auf die genesenen Tarnat, Cherundolo, Brdaric und, erstmals in der Saison, Idrissou zurückgreifen. Dafür blieben Halfar, Yankov, Hahne und Hashemian auf der Bank. Vor Ort für 96 KÖLSCH waren Klaas in der Nordkurve sowie auf der Südtribüne Alex in Begleitung von Flo – die Freikarten mussten ja genutzt werden!

96 hatte bereits nach drei Minuten eine erste Möglichkeit – Stajner spielte steil auf Brdaric, der den Ball allerdings nicht rechtzeitig unter Kontrolle brachte, so dass Wache die Kugel unter sich begraben konnte. Die Anfangsphase gehörte überhaupt den Roten, der Wille, die schlechte Heimbilanz zu verbessern sowie die katastrophale Leistung aus Bielefeld vergessen zu lassen, war zu sehen. Mainz ließ Hannover zunächst gewähren und setzte keine offensiven Impulse. Viele Fehlpässe auf beiden Seiten führten immer wieder zu Ballverlusten, so dass sich kein ansehnlicher Kick entwickelte.

Bei der Lienen-Elf war Brdaric häufig an den Chancen beteiligt. Einmal legte er für Dabrowski auf (8.), dann hatte er selbst fast die Chance zum Kopfball, Wache faustete den Ball in letzter Sekunde von der Stirn des Stürmers (21.). Die beste Möglichkeit zum Führungstreffer resultierte aus einem Konter. Zunächst gewann Balitsch einen Zweikampf im Mittelfeld. Der Gegenstoß lief über Brdaric, der am herauslaufenden Wache scheiterte (26.).

Nach einer knappen halben Stunde verstärken jedoch die ach so freundlichen Mainzer ihre Bemühungen. Ein Kopfball von Auer nach Flanke von Thurk verfehlte das Ziel noch – die zweite Chance brachte dann schon die Führung! Eine präzise Ecke von da Silva und ein präziser Kopfstoß von Friedrich sorgten für das 0:1 (31.) – wer genau da in der Abwehr der 96 gepennt hatte war nicht auszumachen! Kurz darauf fast der zweite Treffer, aber Rumans Kopfball wurde vom abgetauchten Enkeganz stark aus der Ecke gefischt (33.). Hannover hatte nun keine Torchance mehr und so ging es mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Pause – der ein oder andere forderte bereits den Kopf des Trainers.

Mit hohem Tempo kamen die Roten aus der Kabine. Zunächst trat Cherundolo einen Freistoß auf das Mainzer Tor, Wache holte den Ball jedoch aus dem Winkel. Wenig später war wieder Cherundolo beteiligt. Von der linken Außenbahn flankte er vors Tor, wo Brdaric aus kurzer Distanz das Leder aufs Tor spitzelte – erneut rettete der FSV-Keeper (47.). Die 05er blieben weiterhin in Bedrängnis. Balitsch setzte sich in halblinker Position durch, dessen Schuss von der Strafraumgrenze wurde aber einmal mehr zur Beute von Wache (54.). Endlich war auch positive Stimmung im weiten Rund zu spüren und die Mannschaft wurde von den 35433 weiter nach vorne getrieben.

Es dauerte eine Viertelstunde, bis sich die Gäste in der Defensive wieder sortiert hatte – der erste Konter brachte gleich das zweite Tor. Mit einem schönen Schuss aus 18 Metern ließ Auer Torhüter Enke keine Chance (65.). Blankes Entsetzen war im weiten Rund zu vernehmen – und als da Silva beim nächsten Tempogegenstoß nur an der Latte (68.)scheiterte, kippte die Stimmung endgültig! Laute “Lienen raus”-Rufe, Pfiffe während des Spiels und abwandernde Zuschauer zeugten von Resignation unter den Fans der Heimmannschaft.

Mainz zog sich zurück und stellte Hannover, das sich keine Chancen mehr erarbeiten konnte am Sechzehnmeterraum. Ein unglückliches Handspiel von Demirtas führte in der Schlussphase zu einem berechtigten Handelfmeter und brachte Hannover zurück ins Spiel – Brdaric verkürzte auf 1:2 (86.). In der Nachspielzeit dann der nicht mehr erwartete Ausgleichstreffer – eine Konfusion im Fünfmeterraum der Gäste nutzte Tarnat und schob den Ball aus kurzer Distanz zum Unentschieden ein. Anschliessend stürzten sich die Spieler auf Trainer und Torschützen und zeigten Solidarität mit ihrem in der Kritik stehenden Trainer. Nach dem Ausgleich wurde das Spiel erst gar nicht mehr angepfiffen.

Die Leistung, die Hannover über weite Strecken der Partie bot, war wirklich unterirdisch – die Pfiffe und “Lienen-raus”-Rufe taten ihr übriges zur Verunsicherung des Teams. Alles in allem eine seltsame Stimmung – in der Schlussphase kam es im Oberrang der Nordkurve sogar noch zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung – der Auftakt zu chaotischen Tagen in Hannover, die mit der Beurlaubung des Trainergespanns Lienen / Frontzeck endeten.

Mal sehen was das neue Duo Neururer / Schjönberg in den kommenden Tagen und Spielen verändern kann – auf jeden Fall muss das Publikum dringend wieder hinter dem Team stehen und nicht über 90 Minuten meckern, wie es die drei älteren Herren vor uns auf der Südtribüne getan haben!


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