Hannover 96 – Bayer Leverkusen 2:2 (1:0) am 11.09.2010

‘Mit alle Mann zum Baaalllllermannnnn!’ könnte das Motto eines Junggesellenabschieds sein, war aber tatsächlich das Motto der Jungs aus der Ballack- formely known as Pillenstadt Leverkusen für die Reise mit der Regionalbahn zu ihrem Auswärtsspiel in die schönste Stadt der Welt. So eine Gelegenheit konnte sich 96 KÖLSCH natürlich nicht entgehen lassen und sagte Ja zu dieser Fahrt.  Passend dazu plant Herkel ebenfalls sein Ja zum Wechsel der Steuerklasse und so wurde er ein bisschen zurechtgemacht (ohne Bauchladen, statt dessen mit Sangria-Eimer!), vom Südamerikaner, dem Torwart, dem Ungarn und Bremser eingeharkt und samt leblosem Körper in die Bahn verfrachtet. Ein Schelm, wer dachte, es ginge nur nach Schwelm für ihn… Auf der Strecke vom Kölner Hauptbahnhof bis nach Hamm hatte die 96 KÖLSCH-Reisegruppe noch seine wohlverdiente Ruhe. Hamm ist zwar definitiv keine Fußballhauptstadt, aber scheint der Umsteigeplatz für viele Fußball-Pilgerer dieses Landes zu sein. Wir ließen Gladbacher Gladbacher sein, gleiches galt für die Lüdenscheider und so hatte Herkel, in dessen Körper tatsächlich Leben eingekehrt war, seine große Tagesaufgabe zu erfüllen: Eis für seinen Sangria-Eimer besorgen. Diese Aufgabe absolvierte der Junggeselle mit Bravour und es ging auch schon in den Touri-Bomber nach Hannover. Sangria überall, der Boden der Bahn glich dem Roten Meer und wir wurden von schön zu recht gemachten Leverkusenern empfangen. Es war eng und kuschelig, aber so etwas mochte unsere 96 KÖLSCH-Hauptperson des Tages, denn er hatte viel Liebe zu verschenken.

In der Bahn gab es neben viel Polizei zwar einige verbale Angriffe, aber im Großen und Ganzen gestattete man uns, schöne Liedchen zu schmettern und im Gegenzug gab der Bayer-Mob sein Bestes. Wer hätte gedacht, dass Chansons über Kartoffelsalat derart begeistern können? Rudi Völler wohl kaum. Vor dem Spiel ging es zum obligatorischen Wiegen, wobei sich hierbei nur für ein Mitglied der Reisegruppe die Frage stellte, ob die 96 Kilo-Marke genknackt wird oder nicht. Ein kleines Tänzchen vorm Bahnhof sollte noch gewichtsreduzierend wirken, doch natürlich stand die Frage im Raum, ob das von Erfolg gekrönt ist? Fehlte es in der Löwen-Apotheke noch an entsprechendem Gerät, wobei nicht verschwiegen werden soll, dass die freundliche Apothekerin einen 85 Kilogramm-Schätzung abgab, ging es direkt in den gegenüberliegenden Kaufhof. Da aus uns nicht erklärlichen Gründen direkt neben der Waagen-Abteilung im Kaufhof gerade die Glas-Eingangstür zerstört wurde, konnten wir in Ruhe unser öffentliches Wiegen durchziehen. Erste Anzeige des Messgeraätes: dreistellig. Leider müssen wir die Berichterstattung an dieser Stelle zu dem Theman abbrechen, aber kann gerne überlegen, wie Boxer vor ihren Kämpfen zum Wiegen erscheinen.

Vor der Kaufhof-Tür das nächste Unglück, die Kappe einer Heranwachsenden war von der oberen Etage auf ein Glasdach vor der (heilen) Eingangstür eines Geschäfts in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade gestürzt. Da jeder Junggeselle bekanntlich eine gute Tat begehen muss, konnte unser Mann für solche Fälle an dieser Stelle glänzen, das Mädchen glücklich machen und die Kopfbedeckung mit einer geradezu grazillen Armbewegung vom Dach bugsieren. Allerdings brauchte er mehrere Anläufe, was an dieser Stelle auch nicht verschwiegen werden soll.
Anschließend gab es noch eine Stärkung in Form leckerer, frittierter Pizzen, um anschließend mit dem Bus direkt vor die Nordkurve chauffiert zu werden. Auch wenn uns diese Buslinie bisher noch unbekannt war, was daran liegen könnte, dass sie nicht direkt am Biertresen in der Markthalle hält, war sie wegen akutem Zeitdruck standen, ein Geschenk des Himmels. Vor dem Stadion gab es für Sebi, Fritjof und Heiko noch eine herzliche Begrüßung, wobei der Patenonkel auf sein Patenkind einen leicht angeschlagenen Ausdruck machte. Aber der Patenonkel knuddelte den Kleinen, die Welt war wieder in Ordnung und umgehend sassen wir alle auf unsere Plätzen.

Schnell mussten wir uns die Augen reiben, nicht, weil der Junggeselle wieder tanzte, sondern weil unseren Roten tatsächlich den 96-Walzer vorführten! Die Gäste kamen nicht ins Spiel, was tatsächlich aus dem druckvollen, ansehnlichen Spiel der Hannoveraner resultierte. Hannes sorgte schnell für volle Becher und Diedier für das 1:0. Geile Kiste, wir lagen in Führung und spielten anschließend weiter nach vorne. Unglaublich, nicht wie in der Vergangenheit üblich, bettelten wir um den Ausgleich, sondern hielten weiter dagegen. Zug um Zug erspielten wir uns ein Übergewicht, unser Team wehrte sich, bot Paroli und war Herr im eigenen Haus. Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen, aber natürlich auch gastfreundlich. Da Leverkusen nicht ins Spiel kam, senste Pogatetz kurzentschlossen Vidal im Halbfeld um, um sich in der 35. Minute zum Duschen verabschieden zu können. Ein Schelm, wer dabei anderes denkt…
Aber 96 am 11.09.2010 ist nicht 96 aus den ersten Augusttagen und erhöhte nach dem Halbzeitpfiff durch unseren Tor-Elch Moa auf 2:0! Oh 96, oh 96 olé!

Leverkusen kam zum Anschlusstreffer und wir kassierten leider mit der letzen Aktion den Ausgleich. Kurzfristig herrschte also Feierpause, aber wer hätte vor der Saison sieben Punkte nach drei Spielen erwartet? Richtig, niemand! So ging es dann also insgesammt zufrieden zum Bahnhof, die Taschen wurde mit Bier und Pizza gefüllt und  die knapp fünfstündige Rückfahrt konnte starten. Gemeinsam mit den mitreisenden Leverkusener wurde die Fahrtzeit mit anspruchsvollem Liedgut vertrieben – und auch unser Hauptakteur fand schlafend ein bisschen Ruhe. Aber natürlich war zur Stelle, als ein Geschäft in der Luft lag. Er verkaufte sein T-Shirt an den Wortführer eines Junggesellenabschieds, trank darauf noch ein Bier und einen Schnaps und über 14 Stunden nach der Abreise am Morgen erreichte unser Zug den Hauptbahnhof Köln. Ein schöner Tag, leider nur ein Punkt, aber mal wieder eine legendäre Fahrt. Schnaps, das war sein letztes Wort…

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