Hannover 96 – Schalke 04 2:1 (2:0) am 24.08.2013 um 15.30 Uhr

3. Spieltag der Saison, Hannover hat bisher drei Punkte – Schalke einen, Heimspiel im Niedersachsenstadion, Schalke musste sich unter der Woche gegen Saloniki quälen – mit suboptimalem Ertrag, außerdem fehlen ihnen Huntelaar und Farfán verletzungsbedingt. Das ist die Ausgangslage. Es scheint also wirklich alles für die Roten zu sprechen. Es scheint. Denn der Dreier gegen die Radkappen war trotz zweifacher Überzahl eine peinliche Zitterpartie und die folgende Abfuhr in Gladbach war mit drei Treffern gegen unsere Weltauswahl-Abwehr noch gnädig.Die kleine gemischte Truppe aus Rheinpott-Kanaken und zwei Mann 96 Kölsch machte sich also mit beiderseits eher zurückhaltenden Prognosen auf den Weg in die Leinemetropole. Nach entspannter Fahrt mit lediglich kleinen Um- und Zusteigeproblemen, dafür aber Topplätzen an der Bar, erreichten wir das Ziel bei schönstem Sonnenschein. Vor dem Stadion ein paar weitere Kölsche und andere Bekannte getroffen, die Gruppen neu aufgeteilt und rein ins Vergnügen. Die Einlasskontrollen waren schnell und unkompliziert, wir bekamen also nichts von der neusten willkürlichen Schikane des Herrn Kind und seiner Schergen mit, die – wie man am nächsten Tag lesen sollte – das Tragen bestimmter T-Shirts verboten hatten. Nachdem Olli, Daniel und ich uns einen Platz im Unterrang Nord, nahe der West gesichert hatten, begann die erste Halbzeit mit erstaunlich forschen 96ern. Schon nach 15 Minuten musste Höwedes von Feld und Huszti verwandelte den fälligen Elfer. Aus der nun drückenden Überlegenheit resultierte letztendlich zumindest das 2:0 durch Diouf.

Anmerken muss ich an dieser Stelle – nachdem ich mehrere Jahre nicht mehr im Nord-Unterrang gestanden habe – dass es dort auch jetzt keinerlei Reaktionen gab. 96 ließ Angriff auf Angriff folgen, um mich herum überwiegend teilnahmslose Gesichter. Anfeuerung? Mitklatschen? Gesänge? Fehlanzeige. Ein Fanblock ist das nicht.

In der Pause bekam ich von den Schalkern Glückwunsch-SMS zu den drei Punkten und auch Olli prognostizierte angesichts Überzahl, Führung und Überlegenheit ein 5:0. Beim BVB mag das so laufen, mir waren aber die Erinnerungen an Golfsburg noch zu frisch. Und so kam es wie befürchtet: Anschlusstreffer Szalai*, Platzverweis Huszti, 96 macht den Freischwimmer. Auch wenn Fuchs durch eine gelb-rote Karte Hannovers Überzahl schnell wieder herstellte, war Zittern bis zum Ende angesagt.

Der beträchtliche Flüssigkeitsverlust durch Angstschweiß wurde dann nach dem sehnlichst herbeigesehnten Abpfiff schnell wieder kompensiert. Die Schalker mussten sich jedoch beeilen um ihren Trauerzug zu erreichen, nur Andi Bode blieb und durfte mit uns feiern. – Was sind wir doch für faire Gewinner!

Irgendwie wurde der Abend in der Folge unübersichtlich. Zwischen einer Futterpause am Bahnhof und Pogo am Steintor landeten wir noch mit Herkel in einer Kneipe in Vahrenwald, spielten Karten, tranken gelben Schnaps und ich hätte fast die doppelte Zeche bezahlt, da ich mit dem Barkeeper unbedingt auf Herkels Rückkehr wetten wollte, der längst einen Polnischen gemacht hatte.

*Liebe Schalker, auch dieses ungarische „Sz“ wird als scharfes „S“ gesprochen, so wie bei „Huszti“ halt. Und die beiden „A“s werden nicht wie „O“ gesprochen, sondern wie ein unbetontes „A“, ähnlich einem deutschen „-er“ am Wortende, wie z.B. bei „berechtigter Elfer“.

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