1. FC Nürnberg – Hannover 96 0:2 (0:1) am 03.05.2013 um 15:30 Uhr

Die blaue Nacht von Nürnberg stand an, das Motto der Auswärtsfahrt war somit festgelegt, das Ziel der Fahrt definiert. Farblich etwas übertrieben hatte es jedoch Benny (a.k.a. Fricko), der im Schalke-Nürnberg-Fanfreundschafts-Outfit auftrat.

Der Zug hatte ein wenig Verspätung, was jedoch den Bierkonsum nicht einschränkte, so langsam kam Stimmung auf (Lernvideo: Playmobil-Regel). Klaas stimmte erst mit in die Darbietung von Liedgut ein, nachdem seine „Zeit“ ausgelesen war („Heut’ ist wieder Helsingborg – da schreib ich wieder gar nichts – find ich gut, find ich gut …“). Nach mehreren Blicken aus dem Fenster des Zugs stellte Cori fest, dass Bayern schöner ist als die Wallonie.

Da die eigenen Stimmen nicht mehr auszureichen schienen, wurde kurz hinter Frankfurt elektronisches Spielzeug herausgeholt, um die tatkräftigen Sänger zu unterstützen. Ein freundlicher Hinweis des Zugpersonals, die Lautstärke zu dämmen, brachte uns auf die Idee, die Brandschutztüren zwischen den Waggons zu schließen, um eine natürliche Schallbarriere aufzubauen. Das Zugpersonal war anderer Meinung, und so wurden wir in Nürnberg aus dem Zug geworfen …

Dort wurde zunächst das Gepäck im in unschönen gelb-blau gehaltenen Hostel untergebracht, einchecken ging aufgrund der frühen Uhrzeit noch nicht (Linda: „Dafür haben wir den frühen Zug genommen?“). Zu Fuß ging es auf Empfehlung und Reservierung aus dem Hause Reese in die Schäufelewirtschaft, um zusammen mit der Enklave Oberbayern dort gleichnamiges Fleischgericht („mit Kloß und Soß“) zu speisen. Daniel bestellte sich vernünftigerweise ein alkoholfreies Bier, man möchte ja nicht aufgrund von erhöhtem Alkoholkonsum im Stadion auch noch auffällig werden …

Von der Wirtschaft ging es per Tram zum Stadion, Hannes und Gereon machten einen kurzen Ausflug in die 1000-jährige Architektur des dritten Reiches und bekamen von Eingeborenen viele Hinweise, welchem Zweck welches Gebäude diente. Es ist sehr beeindruckend, was seinerzeit für eine bombastische Kulisse aufgebaut wurde, um so eine nicht minder bombastische ideologische Scheiße zu verbreiten. Allerdings hätte sich der kleine Ösi im Grabe umgedreht, wenn er erfahren hätte, dass in seinen Hallen heute eine Erotikmesse stattfindet, die auch noch mit vergünstigtem Eintritt warb:

Im Stadion traf man sich im Stehblock teilweise wieder, die Sitzplatzjungs hatten es sich auch bequem gemacht. Nach fünf Minuten traf Huszti ins Herz der Nürnberger, kaum zu glauben, dass die Kombination „Fehlpass abgefangen – Doppelpass – Tor“ noch funktioniert. In der Folgezeit spielte Hannover gefälliger, die Spieler hatten Körperspannung, die Pässe waren größtenteils präzise und es war Bewegung im Spiel. Bei Nürnberg war alles das nicht vorhanden. Aber: „Ohne Nürnberg wär’n wir gar nicht hier!“

In der zweiten Hälfte das gleiche Spiel: 96 gefälliger, wenn auch wenig Zug zum Tor, Nürnberg: nix. Da dachte sich Schmiedebach dann wohl: „Mach’ ich es heute einfach mal Weltklasse“, umkurvt nach einem Konter den gegnerischen Torwart und schiebt aus spitzem Winkel ins Tor. Diesen historischen Moment verpasst haben allerdings zahlreiche 96Kölsche, die zu diesem Zeitpunkt indisponiert (= Bier holen) waren. Man muss eben Prioritäten setzen. Anschließend passierte auf dem Spielfeld nicht mehr all zu viel, dafür gab es kurze Tumulte im Sitzblock, die sich jedoch bald legten. Zusätzlich wurde in den letzten Minuten noch Gemüse im Block hoch gehalten.

Dann war das Spiel aus, aber immer noch keine Mannschaft aus der Bundesliga abgestiegen.

Der Weg vom Stadion zur Tram war einfach zu finden. An der Straßenbahnhaltestelle haben wir einen Nürnberger kennen gelernt, der uns im Laufe der Fahrt seine Lebensgeschichte erzählte.

Im Hostel wurde (endlich!) eingecheckt, kurz ausgeruht und Sportschau gesehen. Dabei haben wir einen Nürnberger Fan aus Peine-Ost kennen gelernt, der unbedingt mit uns ins Gespräch kommen wollte. Nach mehrfachem Scheitern hat er dann ein altbekanntes Lied mit neuem Text angestimmt (ab 0:31): Rudneeeevs. Er ist dann aber bald ins Treppenhaus verschwunden, um mit diesem Refrain dort intensiv die Akustik zu testen.

In der Stadt stärke man sich sogleich mit 3 im Weggla im Leberkäse (beides sehr lecker!), um von dort aus, die Etablissements der Stadt zu erkunden. Linda konnte eine ortskundige Stadtführerin ausfindig machen, der René sogleich willig folgte, wodurch die Gruppe jedoch geteilt wurde. Da die empfohlenen Gaststätten (zunächst noch) geschlossen hatten, ging es in einen Irish Pub, in dem eine Basketball-Endlosschleife und die Verzögerungen des italienischen Pokalfinales gezeigt wurden. Kurz darauf ging es in eine Kellerbar, in der sich die Gruppe endlich wieder fand. Das Bier war gut, die Kurzen auch, der DJ weigerte sich jedoch United von Price Ital. Joe feat. Mary Mark zu spielen. René wurde vom Türsteher zu Recht darauf aufmerksam gemacht, dass er es lieber lassen solle, wenn er den Alkohol nicht verträgt.

Der nächste Tag verlief auf verschiedenste Weise: Fricko, Cori und Gereon machten Kultur, der Großteil traf sich gegen Mittag in einer Bäckerei, Buschmann ward gar nicht mehr gesehen. Die Gang in der Bäckerei wurden Zeuge eines gigantischen Verkehrsunfalls, der sich direkt vor ihrer Nase ereignete, zwei Mannschaftswagen der Polizei erforderte, dessen Einsatz erst nach einer knappen Stunde beendet werden konnte. Im Anschluss daran wurde das letztendliche Ergebnis von unserem Oberhooligan untersucht. Zum Schluss folgte ein kurzer Biergartenaufenthalt, 3 im Weggla und der Trupp machte sich größtenteils per Fernbus auf den Weg gen Heimat. Die kleinere Zug-Gruppe traf dort noch den Buschmann wieder.

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