Hannover 96 – VfL Wolfsburg 2:2 (1:2) am 09.02.2007

Der Gegner der Roten Riesen am zweiten Freitagabend des Februars waren die Werkskicker aus der Arbeiter- und Industriestadt Wolfsburg, in welcher ein größerer Automobilbauer beheimatet ist, der seit einigen Jahren versucht sein verlorens Renommee durch einen Fußballverein mit etlichen Millionen aufzupolieren.Und wenn ein Verein keine Tradition hat (Glückwunsch an dieser Stelle an den VfL Wolfsburg zur Deutschen Feldhandballmeisterschaft 1962/63!), dann versucht er wenigstens die Tradition übertriebener Investitionen in nicht immer am Zenit ihrer Leistungsfähigkeit stehenden Fußballspieler zu pflegen. Und so folgte im Winter auf die Herren Effenberg und d´Alessandro der exzentrische Ex-Hertha-Spieler Marcelinho, der die letzten sechs Fußballmonate im schönen Trabzon in der Türkei relativ erfolglos fristete.

Die Roten Riesen wollten mit den zwei souveränen Siegen im Rücken ihre Erfolgsserie fortsetzen und nicht wenige träumten schon von einer großartigen Erfolgsserie, die die 96er am Ende der aktuellen Saison in den UEFA-Cup spülen solle. Doch vor den Erfolg haben die Götten den Schweiß gesetzt und so kam es, wie es kommen musste. Nach einem blitzsauberen Konter über Marcelinho stand es 1:0 für den Gast aus Wolfsburg. Der Brasilianer lief alleine aus halbrechter Postion auf Enke zu, dieser konnte klären doch Klimowicz brachte den Ball im Nachschuss über die Linie.

War es in der Vergangenheit, insbesondere in Großteilen des vergangenen Spieljahres so, dass 96 durch einen Rückstand das eigene Spielsystem über den Haufen geworfen sah und um den zweiten bis fünften Treffer bettelte, so ließen sich die Roten nach einer (sehr) kurzen Zeit im Schockzustand nicht beirren und übernahmen die Initiative auf dem Rasen. Nach einem Freistoß von Huszti blieb Vinicius erfolglos, doch Hanno(ver) Balitsch konnte den Ball in der 22. Minute über die Linie bugsieren. Die Freude wehrte jedoch nur kurz, direkt im Gegenangriff nach dem Anstoss gingen die Gäste erneut durch Krzynowek in Führung, die Roten blieben aber am Drücker und kamen sogar noch zu ein, zwei Torchancen vor dem Pausenpiff. In der zweiten Hälfte setzte 96 sein druckvolles Spiel fort und von den Wolfsburgern war nichts mehr zu sehen. Die logische Folge war – sicher auch ein Zeichen des neu gewonnenen hannoverschen Selbstbewußtseins – der Ausgleichstreffer durch Frank Fahrenhorst in der 62. Minute. 96 war bemüht, den Siegtreffer zu erzielen und übernahm im Maße der eigenen Fähigkeiten die totale Kontrolle in die Hand. Es gab Torchancen durch Stajner und Rosenthal, doch fehlte der entscheide letzte Zug zum gegnerischen Tor.

Das Fazit ist, dass 96 mittlerweile in der Lage ist, auch nach einem Rückstand dem Spiel das eigene Konzept aufzudrücken und nicht mehr untergeht, wie noch im vergangen Spieljahr oft passiert, u. a. gegen Wolfsburg. Es fehlt noch der Denker und Lenker im Mittelfeld, der den gewissen Unterschied zu den Spitzenteams der Liga ausmacht, aber wir sind eben auch Hannover und nicht Werder Bremen. Noch nicht. Die Roten Riesen sind unter Dieter Hecking auf einem guten Weg, den Klassenerhalt vor dem 30. Spieltag zu sichern und das sollte uns alle mehr als zufrieden stellen! Drum feuern wir sie an, so lange jeder kann!

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