DFB-Pokal: FC Schalke 04 – Hannover 96 3:1 (2:1) am 01.03.2005

Dienstagabend – Pokalviertelfinale – Flutlichtspiel – eine geschlossene Turnhalle mitten im Ruhrgebiet – und 96 Kölsch mitten drin!

Schon frühzeitig hatte Merte Karten über den FC Schalke organisiert und wir sollten den Abend eigentlich im Oberrang der Veltins-Nordkurve mitten zwischen den Schalke-Fans verbringen – dazu aber später mehr…

Da der ostdeutsche Flügelflitzer noch bis 18:30 Uhr arbeiten musste, um die deutschen Teens mit einer Sendung im Musikfernsehen zu beglücken, machten sich der Co-Trainer und Merte in der Kölner Innenstadt auf, um den Torwart mit dem Auto einzusammeln und dann gemeinsam nach Mühlheim zu fahren. Klaas war aber leider bereits mit der Bahn auf dem Weg auf die andere Rheinseite, so dass wir fast zeitgleich bei Bennis Arbeitgeber eintrafen. Kurz noch mit leckeren Brötchen vom Kiosk nebenan und Sprit und Benzin von Aral versorgt, und auf ging es über die Autobahn ins Herz des Ruhrgebietes. Die Hinfahrt war kein Problem und man kam pünktlich an der heute wieder geschlossenen Arena an.

Also rein in die Hütte und nun war die Frage des Abends: die regulären Plätze einnehmen und den Abend zwischen den Schalkern verbringen oder versuchen, im 96 Bereich ein Plätzchen zu finden? Daniel als entschlossener Anführer der Reisegruppe war dafür es zumindest im Gästebreich zu versuchen, und zu unserer Verwunderung war es auch kein Problem dort in die Blöcke zu gelangen. Im Oberrang wollte nicht ein Ordner (wo waren die eigentlich vor dem Anpfiff?) unsere Tickets sehen und so konnten wir uns den Block auch noch aussuchen – auf Block 60 fiel unsere Wahl und dort fanden wir sehr schöne Plätze vor, die wie gemacht waren für uns. Die Stimmung vor dem Anpfiff war auf beiden Seiten sehr gut und man merkte, dass es sich nicht um eine “normales” Punktspiel handelte, sondern ein echtes Entscheidungsspiel stattfinden würde.

Die ersten Minuten konnten wir unser Team auch noch im Stehen unterstützen – doch dann kam der erste – und wie sich später traurigerweise herausstellen sollte nicht letzte – Auftritt der Schalker Ordner an diesem Abend. Eine übermotivierte Dame zwang uns dazu, auf unseren Sitzplätzen auch zu sitzen und nicht zu stehen – dafür hätten wir ja schliesslich bezahlt und sie müsse aus Sicherheitsgründen ihre Kollegin sehen können, die einen Eingang tiefer stand! Ihre beiden Kollegen, die unser Treiben bereits eine Weile beobachtet hatten und nix dagegen unternommen hatten waren leider auch nicht zu überzeugen, dass “sitzen für den Arsch ist” und so mussten wir von nun an sitzen! Die beiden Damen vom Ordnungsdienst hätten sich nebenbei erwähnt auch hervorragend sehen können, wenn wir weiter gestanden hätten – aber als Gast ist man halt nicht überall willkommen; schon gar nicht wenn man die 1:0 Führung des eigenen Teams feiern will. Krupi hatte nämlich mittlerweile die Roten in Führung gebracht und seinen Elfmeter sicher verwandelt.

Die erste halbe Stunde war sicherlich die beste Leistung der Roten in diesem Kalenderjahr – die Mannschaft spielte stark, aggressiv und auch endlich mal wieder gezielt nach vorne und die mitgereisten Fans machten ordentlich Stimmung in der Hütte. Doch wie immer wenn es mit den Roten auf Reisen geht, passieren Dinge die man eigentlich nicht erklären kann. Per durfte alleine auf die Bratwurst im Schalker Tor zulaufen, scheiterte aber kläglich. So drehte Schalke die Partie zwischen der 39. und 42. Minute in Person von Mike Hanke – ein Tor bereitete er vor und eines machte er selber. In der 53. Spielminute mache eben jener Hanke sein drittes Tor innerhalb von 48 Stunden gegen 96 und die Partie war gelaufen (dass es sich hierbei um ein klares Abseitstor handelte sei nur am Rande erwähnt…). Unser Amerikaner in der Verteidigung bekam noch die Gelb-Rote Karte und Stendel stellte in den 60 Minuten, die er spielte, sicherlich einen neuen “ich laufe mal ins Abseits” – Rekord auf! Unfassbar…

Hannover stellte sich insgesamt zu dumm an und wäre das 2:0 gefallen, hätte die Partie sicherlich einen anderen Verlauf genommen – vielleicht sogar der ganze Abend! Denn so kam es leider noch zu unschönen Szenen auf den Tribünen während des Spiels und vor allem danach. Die Schalker Stadion-TV-Regie war so nett (und vor allem clever) und zeigte die Originalbilder des ZDF auf dem Videowürfel, so dass jeder in der Arena beim dritten Schalker Tor sehen konnte, dass es klar Abseits war – dies und eine starke Showeinlage des vielleicht beklopptesten Torhüters der Bundesliga sorgten für grosse Emotionen im Stehblock der Roten und einige Anhänger warfen ihre Bierbecher auf Schalke Fans im Dunstkreis des Blocks. Die Gegenseite war leider auch nicht cleverer und erwiderte die Würfe und so kam es wie es kommen musste – wenige Minuten vor Spielschluss marschierte die Polizei in den Gästeblock und zog zwei angebliche Bierbecherwerfer hinaus. Wir machten uns dann etwas früher auf den Weg und mussten die nachfolgenden Szenen nicht mehr miterleben. Der Fanbeauftragte von 96, Basti Kramer, wurde ebenso von der Polizei und den Ordnungskräften verletzt wie weitere Anhänger der Roten, die den Abend im Stehblock verbracht hatten. Die Presse in Hannover hat anschliessend darüber berichtet und es laufen nun Verfahren gegen die beteiligten Polizisten, die teilweise mit übertriebener Härte auch gegen unschuldige Fans vorgegangen sein sollen. (mehr hier)

Wir konnten Gelsenkirchen unbeschadet und relativ zügig verlassen und machten uns auf den Heimweg nach Köln. Diesmal wählten wir unabsichtlich den Schleichweg über Essen – die Zeche Zollverein war nur ein touristischer Höhepunkt auf unserer Tour durch den Westen der Republik. Ebenso durften wir einen echten Autoproll an einer Ampel kennenlernen, der sicherlich unruhig geschlafen haben dürfte, weil wir seine sich drehenden Felgen bewundert haben und er uns mit einem schönen “Kickstart” inklusive qualmender Reifen verabschiedet hat. Ganz grosser Sport…

Den restlichen Abend haben wir in der Niedersachsen-WG verbracht und haben die Enttäuschung über das unnötige Ausscheiden mit dem ein oder anderen Kölsch weggespült. Die Fans, die in Richtung Hannover reisen mussten, hatten noch ein lange Nacht vor sich, dass das Wetter in Ostwestfalen verrückt spielte und die Autobahn teilweise voll gesperrt wurde.

Am Samstag kommt Rostock ins Niedersachsenstadion und die Roten haben die Chance, endlich mal zu Hause zu gewinnen!

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