Hannover 96 – FC Bayern München 0:1 (0:0) am 16.04.2005

Egal wo die Bayern in Deutschland auftauchen füllen sie seit Jahrzehnten Stadien. Heutzutage sogar Arenen. Zum ersten Mal hieß es „ausverkauftes Haus“ AWD-Arena, denn das Heimspiel der Roten wollten 50.000 im hannoverschen Rund verfolgen..

In Block N 17 nahmen zwei Dutzend Mitglieder und Sympathisanten vom Fanclub „96 KÖLSCH“ mit ihrer Fahne am Aufstellung, die ihre Heimpremiere feierte. Dazu gab es für die aktiven Mitglieder neue Polos und Pullover.

Ewald Lienen hatte eine sehr defensive Aufstellung angekündigt, die bei vielen Zuschauern die Befürchtung aufkommen ließ, das der Meisterschaftsfavorit nach dem Ausscheiden in der Champions League sich in der schönsten Stadt der Welt den Frust von der Seele schießen würde.

Schon nach knapp eineinhalb Minuten schien sich die Vermutung zu bestätigen, als ein langer Paß der Münchner die Hintermannschaft der Roten durcheinander wirbelte. Zum Glück konnte Makaay den Ball nicht im Tor unterbringen. Kurz darauf sorgte ein Eckball im Strafraum der Hannoveraner für Durcheinander, in dem zunächst Keeper Enke und danach Lala und Cherundolo den Überblick behielten.

In der Folgezeit egalisierten sich beide Teams. Die Bayern machten das Spiel und die Leinestädter hofften auf Konter. Die Möglichkeit bot sich per Kopf für den Ex-Bayern Michael Tarnat und nach etwa 30 Minuten für Silvio Schröter, die aber beide nicht die Führung markieren konnten.

Das Spiel war sicherlich kein fußballerischer Leckerbissen, aber die Mannen um Kapitän Altin Lala zeigten den in letzter Zeit oft schmerzlich vermissten kämpferischen Einsatz. Unterstützung gab es dazu noch vom Unparteiischen, der ein Tor des Tabellenführers aufgrund einer angeblichen Abseitsstellung von Ze Roberto nicht anerkannte. Nach dieser Schrecksekunde sorgte die Nordkurve dafür, dass Hannover bis zur Halbzeit mit Hilfe des Publikums das torlose Unentschieden hielt.

In der Halbzeit, durfte ich als eines von drei Mitgliedern der „Roten Kurve“ am Torwandschießen der TUI teilnehmen. Ab der 30. Spielminute beobachtete ich das Spielgeschehen aus einer anderen Perspektive. Bilder aus dem Innenraum vor der Südkurve gibt es deshalb im Album.

Auf dem Feld lochte ich zu meinem Glück einen von vier Versuchen ein. Neben mir traf ein Konkurrent zwar ebenfalls, aber zu seinem Pech wurde der Treffer ins rechte untere Eck als nicht so schwierig angesehen wie mein Schuß ins Loch links oben. Einmal auf dem perfekt frisierten Grün der Arena zu stehen war ein gutes Gefühl und brachte eine besondere Aussicht auf die Nordkurve mit sich.

Nach der Halbzeit kamen beide Mannschaften unverändert aus der Kabine. Die Münchner versuchten weiter das Spiel zu machen, während 96 auf Konter aus war. Eine große Torchance hatte Schröter für Hannover. Leider entschied er sich nicht für den direkten Abschluß und seinen schwachen Schuß mit links konnte Oliver Kahn auffangen.

In der 61. Spielminute wechselte Trainer Lienen Stajner und Christiansen für Kaufman und Tarnat ein. De Guzman, der bis dahin eine ansprechende Leistung geboten hatte, nahm die linke Verteidigerposition ein, während Stajner das Mittelfeld aufmischen sollte. Die beiden Einwechselspieler erhöhten die Aggressivität und den Kampfgeist im Spiel der Roten, was sich vor allem in einer Grätsche von Christianen an der Eckfahne in der eigenen Hälfte manifestierte.

Der Funke sprang auf das Publikum über. Die letzte halbe Stunde sang das Gros der Zuschauer „Schala-la-la“ und klatschte im Rhythmus. Eine unglaubliche Stimmung, die selbst ein böser Schnitzer von Mertesacker, der beinahe zum Führungstreffer durch Pizzarro führte, nicht abbrechen konnte.

Selbst als die Münchner minutenlang in der gegnerischen Hälfte den Ball behaupteten und sich Kahn am eigenen Sechszehner warmlief, ebbte die Anfeuerung für den HSV nicht ab. Selten wurde ein Null zu Null so frenetisch gefeiert, denn gegen die übermächtigen Bayern aus München ging die Taktik des Trainers scheinbar auf…

…bis zur 89. Minute als der Ball dem Eingewechselten Owen Heargreaves, der schon im Jahr zuvor in letzter Minute das 3:3 für den Rekordmeister erzielt hatte, glücklich vor die Füße rollte und er mit einem fantastischen Torschuß, der unhaltbar für den Torwart der Gastgeber im rechten oberen Eck einschlug, den Siegtreffer markierte.

Doch sogar diese Niederlage konnte den meisten Zuschauern nicht die Laune verderben, denn Hannover 96 hatte an diesem Nachmittag alles gegeben und nur mit einigem Pech verloren. Nur einige Deppen machten ihrem Unmut mit Becherwürfen und Affengebrüll bei Ballberührung von Kahn luft. Wenn die Stadionregie nicht kurz nach Abpfiff „Alte Liebe“ eingespielt hätte, dann würde in der Nordkurve wahrscheinlich jetzt noch gesungen. So gab es noch die Welle für die sichtlich enttäuschte Mannschaft, die wie geprügelte Hunde vor die Nordkurve trat – mit Ausnahme von Krupnikovic, der auf der Ersatzbank wohl das Ergebnis des DSC erfragte -, und für den Trainer, der sich – wie schon vor dem Spiel – kämpferisch vor dem Fanblock zeigte.

Für alle Mitglieder und Sympathisanten von „96 KÖLSCH“ im Allgemeinen und mich im Speziellen bleibt das Spiel und das Drumherum trotz Niederlage in besonderer Erinnerung. Gemeinsam hoffen wir, dass die Mannschaft mit der gleichen Entschlossenheit im nächsten Spiel bei Mainz 05 antritt. Sicherlich sind die Chancen auf drei Punkte für die alte Messestadt dann größer als gegen „Dusel – Bayern“.

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