VfL Bochum – Hannover 96 0:2 (0:2) am 01.05.2009

Hannover 96 zu Gast im Ruhrstadion, da stand in den zurückliegenden Jahren eigentlich vorher schon fest, wie das Resümee des Abends aussehen wird: außer Spesen nix gewesen.
Die Vorzeichen sind bekannt, der Hannoversche Sportverein war bis dato die Lachnummer der Nation in fremden Gefilden, lag der letzte Auswärtssieg doch schon über ein Jahr (das sind wirklich mehr als 365 Tage zurück). Doch erstens kommt es anders und zweitens haben wir Bruggink, einen wahren Rückrunden-Fußballgott. Die Einlasssituation am Gästeblock war merklich besser, als in den vergangenen Jahren. Die Schuhe durften anbehalten werden und jeder konnte sehr zügig ins Stadioninnere gelangen. Schwieriger gestaltete es sich dann den oberen Teil des Gästeblocks zu erreichen. Regt sich der geneigte Besucher doch regelmäßig im Waldstadion zu Frankfurt oder in Schalke darüber auf, dass kein Zentimeter des markierten ‘Treppenbereiches’ betreten werden darf, so hätte man sich hier gefreut,  überhaupt einen Quadratzentimeter sehen zu können. Aber nun gut, letztendlich gab es natürlich ein Durchkommen und unsere Roten begannen tatsächlich druckvoll und konzentriert wie lange nicht mehr zu agieren. 
Unser (fliegender) Holländer war es, der schon in der zwölften Minute per Kopf nach schöner Flanke die Führung erzielte und Hanno(ver) Balitsch erhöhte im Anschluss an einen Eckball ebenso mit dem Kopf auf 2:0. König Jürgen wäre es fast vergönnt gewesen, das Ergebnis auf 3:0 auszubauen, doch landete sein Schuss leider am Pfosten. 
In der zweiten Hälfte kamen die Bochumer zu einigen sehr guten Einschussmöglichkeiten, aber unsere Nummer 1 im Tor, ein wahrer Teufelskerl, reagierte mehrfach glänzend. Somit konnte noch eine Serie gebrochen werden, zum ersten Mal in diesem Spieljahr blieben die 96er in zwei Spielen hintereinander ohne Gegentor. Chapeau.
Auf dem Weg vom Stadion verabschiedeten sich Klaas, Gereon und Henning, Axel und Marc gingen verloren, so dass die ursprüngliche 96 KÖLSCH-Gruppe arg zusammenschrumpfte und sich zu Fuss auf den Weg zum Bahnhof begab. Vorbei an der ersten Kneipe mit Bochumer Problemfans direkt am Stadion und dem ersten Polizei-Kessel  ging es auf eine Kreuzung zu, wo erste Fangruppen aufeinanderstießen. Bewegungen kleinerer Gruppen, aber auch wildes Polizeitreiben waren zu beobachten. Unsere Reisegruppe bog an der Kreuzung links Richtung Hauptbahnhof ab und dann passierte das Unfassbare: Ein Mitglied der Reisegruppe meinte, kurz in den Wald verschwinden zu müssen, um einen Haufen zu setzen. Der Trup kam ins Stocken, aber das war den mehr oder weniger schweren Jungs, als auch der heranstürmenden Polizei in Kampfmontur ziemlich egal. Ratzfatz hatten sie uns eingeholt und schwupdiwups waren wir eingekreist und höchst nervöse Wachmänner drängten uns rüde, natürlich nur verbal, das Feld, hier also die Straße, zu räumen und uns gefälligst schnellstmöglich Richtung Bahnhof zu bewegen. Währenddessen kam unser ausgetretener Mitreisender gemütlich, frisch umgezogen von seinem Platz zurück und schloss langsam und gemütlich zu uns auf.Letztendlich konnte die nachrückenden Krawallbrüder und die Polizei ihn dann doch dazu bewegen, sein Geschäft schnell zu beenden und gemeinsam mit uns den Weg an einer zweiten bis zum Zerbesten gefüllten Bochum-Kneipe vorbei, anzutreten. Er trug ein unverschämtes, breites Grinsen im Gesicht, hatte aber zugleich zwei P´s für Panik in den Augen. 
Von mir aus dürfen die Bochum-Jungs immer und immer wieder nach jedem Gastspiel unserer Roten Riesen in Bochum ‘Tod und Hass dem HSV’ brüllen, wenn wir die drei Punkte mitnehmen.
Die Situation im Abstiegskampf hat sich nach den sechs Punkten aus den zurückliegenden Spielen gegen die direkte Konkurrenz merklich gebessert, so dass wir uns auf ein weiteres Jahr Erstliga-Fußball in Hannover einstellen können!

Vorwärts ihr Roten

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