Hannover 96 – Sevilla, 2:1 (2:1) am 18.08.2011 um 20:30 Uhr

Ja, nein, vielleicht, nein, doch, eventuell … der Urlaub meiner Chefin so kurz vor dem Beginn des Kartenverkaufs bedeutete für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wer unterschreibt mir bloß den verdammten Urlaubsantrag? Niemand da. Aber ich will, ich will, ich will doch! Gut, dass in meiner fußballbekloppten Firma großes Verständnis herrschte: „Ach, buch einfach. Dann biste halt krank. Wink nur nicht in die Kamera.“ Aha. Aber einige Telefonate und Quengeleien später hatte ich `nen halben Tag frei und dank Michaele auch eine Karte. Jippi!

Also ging’s am Donnerstagmittag voller Vorfreude in einer kleinen Gruppe 96 KÖLSCHer am Kölner Hauptbahnhof los. Mit einem Quer-Durchs-Land-Ticket.

Es war heiß. Sehr heiß. Was im Gegenzug bedeutet: Durst. Sehr viel Durst. Nach einem charmanten „Es kann nicht sein, dass die Frau als erste ein Bier öffnet.“ gab es auf dem Vorplatz des Bahnhofs demnach für alle die ersten Kaltgetränke. Die Wahl der Sitzplätze war dann komplizierter als gedacht, fuhren wir doch zur besten Gamescom-Messe-Reisezeit. Kein Kommentar zu den Mitreisenden an dieser Stelle, wobei … doch: Eine freundliche Nonne wusste zwar nicht, wer spielt, wünschte uns dennoch alles Gute. Falls sie abends ganz weltlich TV geschaut hat, ist sie jetzt bestimmt 96-Fan.

Die Zugfahrt war recht unspektakulär, ein bisschen Singen hier, ein paar Bierchen da, Schals aufhängen, Schals abhängen und in den REs wurde es auch nicht merklich kühler. Ich warte auf den Tag, an dem es auch in den mehdorn‘schen Airberlin Fliegern keine Klimaanlage mehr gibt, aber das gehört nicht hierher. Kleines, aber feines Detail am Rande: Der Feuerlöscher im RE ab Hamm trug die Kennnummer 96, ein gutes Omen. Und schon der Quasi-Segen hinter Deutz musste ja wirken! Und Hannes Fahne erst … ach, es konnte eigentlich nichts schiefgehen.

Nordkurve Hannover 96 Sevialla

Und so kamen wir dann nach zwei Mal umsteigen (die Akustik in Hamm ist übrigens hervorragend) auch irgendwann in Hannover an. Gut, dass es hinter Minden Biernachschub gab. Eine perfekte Reiseorganisation.Hannoverliebt, hannoverzückt, hannoverzaubert. In Hannover war die Stimmung brillant. E-U-R-O-P-A-P-O-K-A-L. Geil. Kurz in den Fanshop zum lang ersehnten Trikot-Kauf, dann ab auf die Ränge. Eine wunderschöne Choreo im Norden. Gänsehaut pur!

Das Spiel selbst zog laut Quoten nicht nur ganz Hannover, sondern ganz Deutschland in seinen Bann: Pinto, Rausch, Schlaudraff – Tor (6.). In der 38. Minute dann der Ausgleich. Geschockt? Von wegen! Noch kurz vor der Pause traf Schlaudraff erneut – die Arena tobte. Die 2. Hälfte war dann eine Mischung aus Party, LaOla, Zittern, aber am Ende war der Jubel grenzenlos. Was folgte war dann singing in the rain, aber was ist ein bisschen Wasser von oben gegen die Tatsache, dass Sevilla in Hannover baden ging?Ich selbst habe dann ein paar Stunden in Hannover gepennt, bevor es mit dem ICE um 8 Uhr direkt wieder ins Büro ging. Dort – und so schließt sich der Kreis – erwarteten mich voller Lob und Begeisterung meine fußballverrückten Kollegen. Mit einer Currywurst. Und einem Ouzo.

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