Hannover 96 – SV Werder Bremen 3:2 (2:1) am 02.10.2011 um 15:30 Uhr

4:1, 1:5, 1:1, 4:3 – Tore satt, große Spiele und mein letzter Stadionbesuch gegen Werder lag mittlerweile auch unheimliche sechs Jahre zurück. Ein 1:4 im Pokal-Achtelfinale bei frostigen Temperaturen kurz vor Weihnachten. Autsch und Halleluja!

Um die Machtverhältnisse vor dem großartigen Duell Rote Riesen vs. Fischköppe kurz zu erläutern: 96 als internationaler Vertreter des deutschen Fußballs, DFB-Pokal-Erste-Runde-Überleber UND Besetzer des oberen Tabellendrittels trifft auf eine Schaaf-Herde, die lediglich dank eines peruanischen, technisch sehr versierten Alpaka-Hirten mit Namen Pizarro in der Bundesliga-Tabelle vor Hannover steht. Noch Fragen?

Das Wetter jedenfalls war bundesligatauglich an jenem Sonntag und so machte ich mich in Begleitung meines FC-Freundes, der gerne auch einmal `ne richtig gute Truppe spielen sehen wollte auf den Weg zum Hauptbahnhof in Hannover. Ein lieber Bremer Freund und Kollege trudelte dort pünktlich zum Mittag ein und so bekam ich Gelegenheit, nicht nur die Schönheit und den Esprit der niedersächsischen Landeshauptstadt zu präsentieren, sondern auch gleich auf oben genannte Punkte zu verweisen. Soviel dazu.

Nach einer schmackhaften, viel zu großen Portion auf dem Lindener Marktplatz war ich bereit den zweiten Bremer an diesem Tag zu treffen – seines Zeichens Stadionsprecher und – wie soll es anders sein – mit Liebe für den falschen Verein ausgestattet. Er hielt meine Eintrittskarten in seinen Händen und ich war mit soviel Glückseligkeit und Vorfreude ausgestattet, dass selbst ein erster Blick auf selbige noch keine Verunsicherung in mir auszulösen vermochte. Um es kurz zu machen: Ich habe echt schon in fast allen Blöcken gesessen oder gestanden im schönen Niedersachsenstadion – im Gästefanblock bis dato noch nicht. Und während Stephan noch in der Bratwurstschlange stand (Memo an mich selbst: Wurde gerechterweise von den 96-Verantwortlichen verkleinert und den Würsten in der Nordkurve zur Verfügung gestellt), nahm ich mit gemischten Gefühlen meinen Platz zwischen Unmengen von Fisch ein.

Für die, die mich ein bissel kennen gelernt haben: Das mit dem Mund halten war nie meine Stärke. Also Schal hoch und Hymne gesungen, Jubel nach Moas 1:0 per Foulelfmeter – aber so richtig Stimmung aufkommen wollte irgendwie doch nicht. Bremens Anhänger trällerten 45 Minuten lang ein und dasselbe Liedchen. Über die Roten hörte ich in diesem Liedchen nix. Und das, obwohl Moa Abdellaoue, Codename „Schweigende Torkanone“, nach schönem Konter und Zuckerpass von Herrn Schlaudraff zum 2:0 einlochte. Werder verkürzte dann noch kurz vor der Halbzeit, aber who cares? Nach kurzer Besprechung beschlossen Stephan und ich dann doch, die grandiosen Plätze in der Gästekurve zu räumen – schnell konnte ich einen Herrn auf dem Oberrang der Südtribüne mit Schlagseite Ost davon überzeugen für uns heimatlose Zigeuner aufzurücken.

Hälfte zwei bestätigte die Resultate der letzten vier Spielzeiten. Moa schoss, leicht verwirrt ob einer vermeintlichen Abseitsposition, die dann doch keine war, sein drittes Tor an diesem sonnigen Nachmittag. Astronautovic machte das, was er am besten kann: Er flog in der 78. nach Foul an Pinto mit Rot vom Platz. Und der technisch sehr versierte, aber glücklose peruanische Baumwollpflücker mit Namen Pizarro (Seine wahre Größe hat er dann einige Wochen später in der Partie gegen Köln aufblitzen lassen – dreimal) erzielte sein Törchen am Ende doch noch. Gelbe Karten wurden reichlich verteilt. Ein total irrer Bremer Fan hinter uns trat vor Wut in einer Tour gegen das Geländer (Aua, das gibt doch blaue Flecken).

Fazit: Das 3:2, sowie die drei Punkte für Slomkas Eleven sind nachweislich zu bewundern, blickt man auf die atemberaubende Statistik zwischen den Rote Riesen und den Fischköppen. Mein Freund hat endlich eine richtige Mannschaft Fußball spielen sehen. Und ich habe wieder einen Grund mehr wiederzukommen nächste Saison. Wobei… Gründe, um zu 96 zu gehen? Nee, die braucht man nun wirklich nicht.

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